Revolut-CEO Nikolay Storonsky weist Londoner IPO zurück
In einer bemerkenswerten Offenbarung während einer aktuellen Episode des 20VC-Podcasts kritisierte Nikolay Storonsky, der CEO von Revolut, offen die Aussichten für eine Börsennotierung des Fintech-Riesen an der London Stock Exchange (LSE). Er bezeichnete die Idee als "unvernünftig", insbesondere im Vergleich zu den günstigeren Bedingungen auf dem US-Markt.
Herausforderungen bei der Notierung in London
Storonskys Anmerkungen spiegeln wachsende Bedenken über das Aktienmarkumfeld im Vereinigten Königreich wider. Er wies auf zwei Hauptfaktoren hin, die Unternehmen davon abhalten, sich für eine IPO in London zu entscheiden:
- Stempelsteuer: UK-Aktienkäufe unterliegen einer 0,5%-Stempelsteuer, die die mit der Notierung verbundenen Kosten erheblich erhöht.
- Liquiditätsprobleme: Der britische Markt leidet unter begrenzter Liquidität, was die finanzielle Landschaft weniger attraktiv für potenzielle Investoren macht.
Laut Storonsky tragen diese Faktoren zu einer allgemeinen Wahrnehmung bei, dass der Londoner Markt weniger günstig für Unternehmensnotierungen ist. Er betonte: "Die Liquidität im Vereinigten Königreich ist viel schlechter und macht es viel unattraktiver als die USA, und die Stempelsteuer macht die Notierungskosten in Großbritannien deutlich höher. Es ist unvernünftig."
Der aktuelle Stand der London Stock Exchange
Diese Bemerkungen erfolgen zu einer herausfordernden Zeit für die London Stock Exchange, die einen erheblichen Abfluss von Unternehmen verzeichnet. Ein Bericht der Financial Times wies darauf hin, dass 2024 88 Unternehmen entweder von der Börse genommen wurden oder ihre Hauptnotierungen von dem Hauptbrett Londons verlagert haben - der bedeutendste Kapitalabfluss seit der Finanzkrise.
Trotz laufender Reformen zur Wiederbelebung des Interesses an der LSE ziehen US-Börsen weiterhin britische Unternehmen mit ihren breiteren Kapitalpools und gesteigertem Investorenenthusiasmus an.
Revoluts Bewertung und Expansionspläne
Revolut, das nun mit 45 Milliarden US-Dollar bewertet wird, sicherte sich im Juni nach einer dreijährigen Wartezeit eine vorübergehende UK-Banklizenz. Storonsky erklärte jedoch nachdrücklich, dass, wenn er das Unternehmen in der heutigen Zeit gründen würde, die USA seine erste Wahl zur Etablierung eines Betriebsstandorts wären.
Erweiterung in den digitalen Asset-Sektor
Neben der Überlegung zu seinen Notierungsoptionen macht Revolut auch Fortschritte im Bereich digitaler Vermögenswerte. In diesem Jahr wurde die auf Kryptowährungen ausgerichtete Handelsplattform Revolut X zunächst im Vereinigten Königreich eingeführt, die mittlerweile auf 30 europäische Märkte ausgeweitet wurde.
Fazit: Die Zukunft von Revolut und dem britischen Markt
Während Revolut weiterhin wächst und sich an die schnelllebige Fintech-Landschaft anpasst, wirft die Perspektive der Führungsebene auf öffentliche Notierungen kritische Fragen zur zukünftigen Lebensfähigkeit der London Stock Exchange als attraktive Option für Technologieunternehmen auf. Mit ihren wettbewerbsfähigen Angeboten und günstigen Bedingungen scheint der US-Markt bereit zu sein, einen größeren Anteil an internationalen Fintech-Venture zu ergreifen, die nach öffentlichen Notierungen suchen.
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